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FWG Mühlenkreis setzt sich für die einzelnen Standorte der Mühlenkreiskliniken ein PDF Drucken E-Mail
Sonntag, den 17. Juni 2018 um 00:00 Uhr

Am Freitag, 15.06.2018, hatte der Vorstand der MKK Mühlenkreiskliniken Vertreter der Städte und Gemeinden des Kreises Minden-Lübbecke eingeladen, um ihnen „die Möglichkeit zu geben, sich aus erster Hand die über die Inhalte des Konzepts zu informieren und Fragen an den Vorstand zu stellen“. Diese Veranstaltung hat die FWG Mühlenkreis abgewartet, um sich dann mit den Details des Medizinkonzepts detailliert und kritisch auseinanderzusetzen.

Die Vorsitzende der FWG Mühlenkreis, Doris Bölk, Mitglied der FREIEN WÄHLER in Rahden, erinnert sich noch gut daran, dass sich die Vertreter der FWG Mühlenkreis mit ihrem Fraktionsvorsitzenden Kurt Riechmann vor 10 Jahren vehement für den Erhalt des Krankenhauses Rahden eingesetzt haben. Mit knapper Mehrheit gelang es den politischen Vertretern des Kreises – gegen die Stimmen der SPD und des Landrats – den Beschluss, das Krankenhaus Rahden als Portalklinik mit einer Notaufnahme und Grundversorgung im Verbund der Mühlenkreiskliniken (AöR) fortzuführen, durchzusetzen. Das Land NRW bewilligte für den Umbau Fördermittel in Höhe von 2,55 Mill. Euro. Die Bindungsfrist für diese Mittel beträgt 20 Jahre. Im Bescheid des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW vom 14. August 2009 über die Bewilligung eines besonderen Betrages wurde damals bestätigt, dass das Krankenhaus Rahden für die örtliche Versorgung im ländlichen Raum erforderlich ist, da durch das Johannes-Wessling-Klinikum Minden und das Krankenhaus Lübbecke allein der Bedarf dieser Region nicht gedeckt werden kann“. Minister Laumann stellt in dem Bescheid ebenfalls fest, dass das Krankenhaus Rahden durch telemedizinische Anbindung an das Johannes-Wessling-Klinikum Minden und das Krankenhaus Lübbecke für diese die Funktion einer Portalklinik übernehmen solle. Was ist mit den damaligen politischen Zusagen? Alle schon vergessen?

Die FWG Mühlenkreis steht mit ihrer Politik dafür, den ländlichen Raum zu stützen und zu fördern. Dieser würde ohne Grundversorgung und Notaufnahme im Krankenhaus Rahden und ohne Geburtshilfestation und Gynäkologie im Krankenhaus Lübbecke außerordentlich geschwächt.

Die Vorsitzende der FWG Mühlenkreis Doris Bölk, Rahden, sowie der 2. Vorsitzende Martin Klee, Lübbecke, sind der Ansicht, dass im vorgelegten Medizinkonzept die Wirtschaftlichkeit zu Lasten der Versorgung der Menschen geht.

Sie fragen: wo bleibt die medizinische Versorgungsstabilität für den Bürger? Liegt das Augenmerk der AöR nur auf Gewinnoptimierung oder steht der Bürger im Mittelpunkt? Es mag durchaus sein, dass Rentabilitätsverbesserungen nötig sind, um die MKK mit allen Standorten auch in Zukunft in öffentlicher Trägerschaft betreiben zu können. Aber: wie hoch muss die Rentabilität für den langfristigen Erhalt tatsächlich sein. Diese Frage blieb ebenso wie etliche andere während der Informationsveranstaltung unbeantwortet.

Es wird auch nicht in Abrede gestellt, dass der jetzige Status quo nicht auf Dauer gehalten werden kann, jedoch muss bei strukturellen Veränderungen jederzeit die medizinische Versorgung der Bürger im Vordergrund stehen.

Sie fordern den Dialog und sind der Meinung, dass möglichst alle Standorte der MKK in der Grundversorgung erhalten bleiben, also im Altkreis die Portalklinik Rahden mit Grund- und Notfallversorgung sowie der Standort Lübbecke mit der Gynäkologie und Geburtshilfe. Dieses bringt Sicherheit für den Bürger,

Über Jahre hinweg wurde die Bettenkapazität im Altkreis Lübbecke verringert und die ärztlichen Leistungen eingeschränkt. Nun soll die medizinische Versorgung noch weiter heruntergefahren werden!

Natürlich darf das “Flaggschiff Johannes-Wessling-Klinikum“ nicht an Tempo verlieren aber die Stärkung des Standortes Minden darf nicht auf Kosten des Altkreises Lübbecke gehen. Jeder einzelne Standort mit seinen Teams macht gute Arbeit und ist wichtig für die Region. Die Menschen vor Ort stehen zudem voll zu „ihren Krankenhäusern“.

Sollte das Konzept allerdings in seiner jetzigen Form umgesetzt werden, ist vorhersehbar, dass für viele Bürger die Entscheidung für eine ärztliche Behandlung nicht unbedingt zugunsten der MKK gefällt werden wird.

Bei einer Umstrukturierung aus wirtschaftlichen Gründen kann es nicht sein, dass der Altkreis und hier besonders das Rahdener Krankenhaus auf der Strecke bleibt. Es gibt sicherlich Möglichkeiten, die in die Überlegungen mit einbezogen, geprüft und evtl. genutzt könnten – wie z.B.

· Sind die Operationssäle in Rahden auf neustem und aktuellem Stand, könnten also für Fachärzte / Belegärzte zur Verfügung gestellt werden.

· Hausärzte sollten in Gesprächen von der guten medizinischen Versorgung überzeugt werden und könnten durch Überweisung ihrer Patienten an die MKK die einzelnen Standorte der Mühlenkreiskliniken stärken. Zum jetzigen Zeitpunkt werden viele Patienten nach Damme oder andere umliegende Krankenhäuser überwiesen.

· Nach Auskunft des MKK-Vorstandes findet man kein Fachpersonal (vor allem keine Ärzte) für die Standorte Rahden und Lübbecke. Das können wir so nicht nachvollziehen. Vor allem junge Familien entscheiden sich oftmals dafür, auf dem Lande zu leben

· Möglicher Fachkräftemängel? Könnte durch vertragliche Regelungen im Klinikverbund gelöst werden, so dass bei einem Engpass Einsatz und Unterstützung von einem anderen Standort möglich wäre. Hilfen könnten angeboten werden bei der Suche nach Wohnraum/Immobilien, Kindergartenplätzen und Schulen

· Die Kinder-/ Jugendpsychiatrie könnte in Lübbecke angliedert werden.

· Ein Argument für den Uni-Standort Johannes-Wessling-Klinik war übrigens, dass hierdurch Ärzte für den ländlichen Raum gewonnen werden könnten – ist das nun doch nicht so?

Die Mitglieder der FWG Mühlenkreis finden, es bleiben sehr viele Fragen offen, die nur im Dialog geklärt werden können. Aber – wie der Landrat in der Sitzung des Kreistags betonte - noch ist ja nichts entschieden. Alle hoffen, dass dieses ernst gemeint ist und das gesamte Konzept noch einmal überdacht wird – zum Wohle der Bürger! Ziel muss sein, die Kliniken im jetzigen Verbund zukunftssicher aufzustellen, ohne den ländlichen Raum zu vernachlässigen!

Der Vorstand der FWG Mühlenkreis erwartet von seinen Kreistagsmitgliedern Kurt Riechmann, Karl-Heinz Detert und Karl-Ludwig Sierig sowie ihrem Mitglied im Verwaltungsrat der MKK, Kurt Riechmann, sich entsprechend ihrer Vorschläge einzusetzen. Außerdem gehen sie davon aus, dass sich die Politiker im Verwaltungsrat der MKK und im Kreistag entsprechend ihrer Aussagen in den Medien für die medizinische Grundversorgung und Notarztstation am Standort Rahden sowie die Geburtshilfestation und Gynäkologie im Krankenhaus Lübbecke einsetzen werden.