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Gemeinsam Integration fördern PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 12. Februar 2010 um 11:20 Uhr

2. Integrationskongress des Kreises Minden-Lübbecke

Lebenswelten, Einstellungen und Werte von Menschen mit Migrationshintergrund standen im Mittelpunkt des 2. Integrationskongress des Kreises Minden-Lübbecke. Im Kreis Minden-Lübbecke leben ca. 43.000 Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, das entspricht ca. 13% der Gesamtbevölkerung.

Die meisten kommen aus der Türkei, aus Polen und der Russischen Föderation. Der Kongress, der von der Projektgruppe Integration des Kreises organisiert wurde, richtete sich an alle, die sich persönlich, beruflich oder ehrenamtlich mit dem Thema Integration von Menschen mit Migrationshintergrund beschäftigen.

 

"Nur gemeinsam kann die Integration kontinuierlich, wirksam und nachhaltig gefördert werden," sagte Landrat Dr. Ralf Niermann, der die rund 230 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßte. "Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund ist dem Kreis Minden-Lübbecke ein wichtiges Anliegen," so Dr. Niermann weiter. "Dafür wird Verständnis untereinander und die Mitbestimmung der Zugewanderten gebraucht. Ich möchte, dass Strukturen geschaffen werden, bei denen sich alle Menschen mit Migrationshintergrund im Kreis Minden-Lübbecke zu Hause fühlen können."

 

"Wie verwirrend ist Babylon?" war der Titel des Vortrags von Klaus Gerhards (iD-Agentur Ruhr). Er stellte die Sinus-Studie zu „Lebenswelten von Menschen mit Migrationshintergrund“ – Ergebnisse der Sinus-Studie zu den Milieus der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland vor. Das Heidelberger Sozialforschungsinstitut Sinus So-ciovision hat mit den Sinus-Milieus® einen der erfolgreichsten Ansätze zum Verstehen gesellschaftlicher Unterschiede entwickelt. Ziel ist die Erkundung der unterschiedlichen Lebenswelten von Menschen innerhalb einer Gesellschaft.

Einstellungen, Werte und Vorlieben von Menschen mit Migrationshintergrund werden in der Studie beschrieben. Teil des Vortrags war die Geschichte der sogenannten Gastarbeiter. Anfangs wurde angenommen, dass sie eine Weile in Deutschland arbeiten und dann wieder in ihre Heimat zurückgehen würden. Als sie sich hier langfristig niederließen, wurde davon ausgegangen, dass sie sich nicht in unsere Gesellschaft integrieren wollen. Die Studie belegt etwas ganz anderes. Die Werte und Lebenswelten, hier Milieus genannt, unterscheiden sich gar nicht so sehr von den unsrigen und ca. 80% der Migranten wollen und können sich integrieren. Die meisten Zugewanderten streben nach einem harmonischen Leben in gesicherten Verhältnissen.

Integrationshemmnisse sind vor allem mangelnde Deutschkenntnisse, schlechte Bildungschancen und als Folge davon geringe Einkommen und ein niedriger Status. Mit diesen Themen haben sich auch auf dem Kongress anschließend die Arbeitsgruppen „Gleiche Bildungschancen“, „Ausbildung und Beruf“, „Ehrenamtliche Aktivitäten im Bereich Migration“, „Gesundheit“ und „Interkulturelle Öffnung“ auseinander gesetzt. Eine weitere Arbeitsgruppe ohne festes Thema bot Gelegenheit zum offenen Austausch.